Telefon

0 25 42 - 60 702

Zur Geschichte der Don-Bosco-Schule

1969 wird die Gemeinschafts-Hauptschule Gescher nach der Auflösung der bis zu diesem Zeitpunkt bestehenden Volksschulen gegründet. Die Schule nimmt den Unterricht mit 21 Lehrern und 759 Schülern der Klassen 5 - 9 in 20 Klassen in einem neuen Gebäude am Borkener Damm auf.
Ab 1974 befindet sich die Don-Bosco-Schule gemeinsam mit der Realschule in einer zu einem Schulzentrum erweiterten Gebäudelandschaft; die Klassentrakte I und II haben 2005 eine energetisch neue Außenhülle erhalten.

Da es in Gescher selbst kein Gymnasium gibt, ist die Schülerschaft anders zusammengesetzt als in den benachbarten größeren Städten. Die Don-Bosco-Schule besitzt ein gutes Ansehen bei Rat, Verwaltung, Handwerks- und Industriebetrieben sowie in der Bevölkerung. Bis heute haben alle Schulabgänger die Schule mit einer klaren beruflichen Ausbildungsperspektive oder einer Perspektive zum Besuch einer weiterführenden Schule verlassen.

1977 werden an der Gemeinschafts-Hauptschule Gescher 1073 Schüler/innen bei einer Übergangsquote von mehr als 50% beschult. Sie werden von 49 Lehrern und Lehrerinnen in 34 Klassen unterrichtet.

Die 1977 erreichte Schülerzahl markiert auch den Höchststand. In den nächsten Jahren sinken die Schülerzahlen und Übergangsquoten kontinuierlich. Beträgt die Übergangsquote 1996 33,5% so steigt sie 1997 wieder leicht auf 36,2% an. Vor dem Hintergrund der Abschaffung der Grundschulgutachten sowie dem landesweiten Image- und Akzeptanzproblem sinkt die Übergangsquote dann 1998 auf 32,3% ab, heute liegt sie bei etwa 20%.

Die finanzielle Unterstützung durch den Schulträger ist ordentlich. Das korrespondiert mit modern eingerichteten Fachräumen mit hervorragenden Ausstattungsstandards (zwei Werkräume, drei Informatikräume, Lehrküche, Biologie-, Chemie, Physikräume, Musik-, Textil-, Kunst- und Medienräume einschließlich Whiteboards). Die Budgets verwaltet die Schule seit 1998 zunehmend selbständig. Bei der Einführung war die Don-Bosco-Schule die Pilotschule. Zunächst beschränkte sich die Selbstverwaltung des Budgets nur auf den Verwaltungshaushalt, mittlerweile umfasst sie auch den Vermögenshaushalt.

Seit Bestehen der Hauptschule hat das Kollegium der Don-Bosco-Schule - in engem Zusammenwirken mit der Elternschaft sowie der Schülervertretung - immer an Konzepten, an Innovation und an Umstrukturierungen gearbeitet, die die Schule voranbringen. Aus dem Kollegium sind eine große Anzahl von Moderatoren für die Lehrerfortbildung im Reg. Münster oder dem Schulamtsbereich Borken rekrutiert worden. Viele Konzepte wurden entwickelt, zahlreiche Bausteine erarbeitet, überprüft, verworfen oder neu ausgerichtet. Zu den Standards zählen heute eine umfangreiche Berufswahlvorbereitung, eine individuelle Förderung, eine besondere Einbeziehung von Schülern, die Schulsozialarbeit, das Ganztagsschulkonzept.

Sowohl bei den Lernstandserhebungen als auch bei den Zentralen Abschlussprüfungen erzielt die Schule Ergebnisse, die über dem Durchschnitt liegen.

Regelmäßige, gesellige wie inhaltsbezogene Kollegiumsveranstaltungen tragen zu einem guten, offenen (auch kritischen) Miteinander bei. Im Kollegium ist wohl auch aus diesem Grund eine Fluktuation aus persönlichen Gründen äußerst gering.

Auf der Schülerseite ist die SV mit ihren Verbindungslehrern sehr aktiv und ist für das Schulleben und das Miteinander mehr als bedeutsam. Wichtige Impulse schulischer Arbeit haben auch hier ihren Ursprung.

1999 wurde zur "Förderung der individuellen und sozialen Entwicklung von Schülerinnen und Schülern der Don-Bosco-Schule" der Förderverein der Schule ins Leben gerufen.

Mit den Schlüsselbegriffen Fordern, Fördern, Persönlichkeit bilden lässt sich das Leitbild der Schule treffend beschreiben, es ist gleichsam das Ziel der schulischen Erziehungs- und Bildungsarbeit (Schulprogramm).

Die Don-Bosco-Schule Gescher wird ab 2008/2009 in zwei Formen geführt: als Halbtagsschule und als Ganztagsschule (beginnend mit einer Klasse 5). Sie geht mit einem Ganztagszweig (32 Schüler/innen) - nach einem intensiven Beratungszyklus seit 2005 auf allen Konferenzebenen der Schule und den Ausschüssen der Stadt Gescher, dem Rat der Stadt Gescher an den Start -  mit der Besonderheit für NRW: als Halbtagsschule mit einem Ganztagszweig.

Deshalb sind 2009 umfangreiche Sanierungs- und Baumaßnahmen am Aulagebäude in Angriff genommen worden - Mensatrakt im Zusammenhang mit dem Ganztagszweig. (Baumaßnahme: 4,2 Mio. Euro, davon 2,66 Mio. Zuschüsse). Der alte Schulhof um die Aula wird komplett saniert.

Die Schullandschaft in Nordrhein-Westfalen ist in den letzten Jahren wieder in Bewegung geraten. 2009, zwischenzeitlich ist eine Landesregierung (SPD, Grüne) gewählt, wird "die Schule für alle" als Modellversuch den Kommunen angeboten. Zurückgehende Schülerzahlen und das Schließen von Schulen haben viele Kommunen aufgeschreckt und stellen das sogenannte gegliederte Schulwesen erneut auf den Prüfstand. In diesem Prozess einer Neuausrichtung der Sekundarstufe I, nun unter Mitberücksichtigung der Sekundarstufe II, befindet sich seit 2010/2011 ebenfalls die Stadt Gescher.

Die Arbeit und Leistung der Hauptschule vor Ort hat immer gute Noten erhalten, sowohl von Eltern, von der Schulpflegschaft als auch von außerschulischen Partnern und Partnern mit ausdrücklichen Kooperartionsvereinbarungen. Die Leistungen der Schule bei den Lernplanerhebungen wie Zentrale Abschlussprüfungen lagen in der Regel über dem Durchschnitt oder entsprachen den Vergleichsgruppen. Allerdings - das Schulwahlverhalten - hat sich deutlich gewandelt, Rückläuferquoten aus anderen Systemen gingen gegen Null. Der Wertschätzung / allgemeinen Stigmatisierung von Hauptschülern galt es, etwas entgegenzusetzen. Neben einer rückläufigen Übergangsquote (zuletzt 20%) war ebenfalls der demografische Wandel mit seinen Auswirkungen in Gescher in den Blick zu nehmen. Mit diesen Frage- und Problemstellungen hat sich die Verwaltung und vor allem die Politik beschäftigt. Ein breit angelegter Arbeitskreis mit Unterstützung des Erziehungswissenschaftlers, Prof. Dr. Zymeck, wurde eingesetzt, ein breites Diskussions- und Handlungsfeld geöffnet. Man hat sich für ein künftiges, integriertes Schulmodell entschieden. Damit wurde als Folge die Haupt- und Realschule aufgegeben, zugunsten einer neu an den Start gehenden Gesamtschule, die auch das Abitur in Gescher ermöglicht. Haupt- und Realschule nehmen ab dem 01.08.2012 keine Fünftklässler mehr auf und laufen zum Ende des Schuljahres 2017/2018 aus. Die Gesamtschule geht mit 5 Eingangsklassen (Fünftklässler) an den Start und in den Folgejahren mit 4 Klassen.