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Berufsparcour 2014

Beim neunten Berufsparcours stellen 15 regionale Betriebe 22 Berufe durch firmeneigene Aufgaben im Schulzentrum vor

Beim neunten Berufsparcours stellen 15 regionale Betriebe 22 Berufe durch firmeneigene Aufgaben im Schulzentrum vor. Praxisnahe Berufsorientierung bringt Gewinn für regionale Betriebe und Schüler Auch beim neunten Berufsparcours zeigt sich dem Besucher Sc

Auch beim neunten Berufsparcours zeigt sich dem Besucher Schule von einer anderen Seite: Stoffproben werden auf Fehler geprüft, dort wird gebohrt oder hier wird ein Verband angelegt, an anderer Stelle werden Formulare ausgefüllt, Schaltungen verdrahtet oder Pflastersteine verlegt. In der Aula der Don-Bosco-Schule sieht man viele Arbeitsstationen, an denen 15 Betriebe aus Gescher und Umgebung für die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgänge der Haupt- und Realschule typische Aufgaben zu ihren Ausbildungsberufen aufgebaut haben.

141 Jugendliche haben an diesem Vormittag Gelegenheit 22 Berufe durch praktische Tätigkeiten zu erleben, ihre Fähigkeiten zu erproben und ihre Stärken zu erfahren. Die teilnehmenden Betriebe nutzen die Möglichkeit ihre Ausbildungsberufe den Jugendlichen vorzustellen. So können die Schülerinnen und Schüler auch Berufe kennen lernen, denen sie im Alltag weniger begegnen und das Spektrum für die Berufswahl erweitern. Aus Sicht der Schulen sind sich die Schulleiter Roters und Wolberg einig:"Das Ziel des Parcours, Berufe für Jugendliche erlebbar und begreifbar zu machen, wird voll erreicht." Einhellig sind auch die Achtklässler begeistert von diesem Angebot zur vertieften Berufsorientierung.

Die örtlichen Unternehmen arbeiten oft seit Jahren an den Berufsorientierungsveranstaltungen der beiden Schulen mit, aber es gibt auch immer wieder neue Interessenten wie die Textilveredlung Eing. "Die Herausforderung für unser Unternehmen bestand darin, den Industrieberuf Produktveredler/in –Textil ohne Maschinen an unserer Station  in einer Übungsaufgabe zu veranschaulichen. Das ist uns mit der Materialprüfung von Stoffbeispielen aber gut gelungen, wie die Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler zeigt", erklärt Eing-Mitarbeiterin Althaus.

Die Stationen des Krankenhauses Maria-Hilf aus Stadtlohn und des Gescheraner  Altenpflegeheims St. Pankratius sind genauso umlagert wie der Schiebetisch der Bischöflichen Stiftung Haus Hall. Hier können Schülergruppen nachvollziehen, wie schwierig es ist, mit einer Behinderung eine Sortieraufgabe erfolgreich zu erfüllen. Aber auch alle anderen Übungsstationen stoßen auf reges Interesse.

Wie der Nettolohn berechnet wird, erfahren die Jugendlichen bei dem Steuerbüro Trepmann - Gohsen -Brüning. Die AOK hat eine Aufgabe für Sozialversicherungsfachangestellte entwickelt. Am Beispiel eines Schadensfalles  erproben die Teilnehmer Tätigkeiten von Versicherungskaufleuten bei der Allianz-Agentur Möllers & Nolte. Die Stadt Gescher hat als Übungsfall für Verwaltungsfachangestellte den Antrag zur Hundesteuer gewählt und der Bauhof stellt Anforderungen an Straßenwärter mit Montageaufgaben an einem Verkehrsschild vor sowie das Verlegen eines Plasterverbands im Bereich Garten- und Landschaftsbau.

Vielfältige Aufgaben gab es für die Schülerinnen und Schüler in technischen Berufen zu erledigen. Bei der Firma HIMMEL by Neudecker & Jolitz warten elektronische Aufgaben und Metallbearbeitung auf die Jungen und Mädchen, die einen Eindruck von Berufen wie Feinwerkmechaniker, Konstruktions- und Zerspanungsmechaniker sowie Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik vermitteln. Wie aus Kunststoffstäben Maxi-Büroklammern entstehen, demonstriert die Firma Rehau aus Velen mit einer Station zum Beruf Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Das Unternehmen Huesker Synthetic lässt die Schüler kleine mechanische Bauteile zusammensetzen und stellt die Berufe Produktionsmechaniker, Textil und Technischer Konfektionär vor. Ruthmann GmbH hat drei Arbeitsstationen entwickelt, an denen die Schüler Stahlbaugruppen montieren, eine Wechselschaltung verdrahten und einen Geschicklichkeitstest durchführen. Bei der Tischlerei Twents stellen die Jugendlichen einen Kartenhalter als Holzfigur her, die Entsorgungs-Gesellschaft Westmünsterland mbH (EGW) hat die Messung des PH-Wertes als typische Aufgabe entwickelt.

Natürlich hat auch  die Volksbank Gescher eG wieder eine Übung vorbereitet: Eine Rechnung muss durch eine korrekt ausgefüllte Überweisung bezahlt werden. Bankvorstand Ralf Frankemölle freut sich über die große Resonanz der Betriebe. Seit neun Jahren unterstützt die Volksbank Gescher eG den Berufsparcours für die Haupt- und Realschule auch finanziell. „Der Berufsparcours mit Aufgaben örtlicher Betriebe erleichtert nicht nur den Jugendlichen die Entscheidung für mögliche Ausbildungsberufe und Schülerbetriebspraktika, sondern gibt auch den Betrieben die Möglichkeit, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, bestimmte Fähigkeiten zu testen und möglicherweise den Wunsch-Azubi oder -Praktikanten zu finden“, beschreibt Karin Ressel vom Technikzentrum Minden - Lübbecke die Aufgabe des von ihr entwickelten Parcours. In der Abschlussbesprechung sind  sich alle Beteiligten einig, dass die Mädchen und Jungen engagiert, diszipliniert und mit großem  Interesse bei der Sache waren. Die Betriebe bekunden, gerne im nächsten Jahr wieder an dieser nachhaltigen Veranstaltung zum Start der  Berufsorientierung mitarbeiten wollen.